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Städte

BERGHEİM

Bergheim ist die Kreisstadt des Rhein-Erft-Kreises in Nordrhein-Westfalen. Sie entstand 1975 als Folge des Köln-Gesetzes aus dem Zusammenschluss der Stadt Bergheim mit den Gemeinden Niederaußem,

Oberaußem-Fortuna, Hüchelhoven, Quadrath-Ichendorf und Paffendorf sowie Teilen der heutigen Stadt Elsdorf und der Stadt Bedburg.

Vor- und Frühgeschichte


Verschiedene Funde belegen frühe Siedlungen auf Bergheimer Gebiet bereits um 4000 vor Chr., vor allem in den nördlichen Stadtteilen. Bei Niederaußem gab es ein Grabhügelfeld, das dem Tagebau zum Opfer fiel. Um 50 vor Chr. siedelten die Römer im Gebiet um Bergheim. Die römische Fernstraße von Köln nach Boulogne-sur-Mer/Bonen (Gesoriacum), heute benannt als Via Belgica, verlief über das Gebiet des heutigen Bergheim. Nach den Römern übernahmen die Franken das Erftland. Bergheim lag damals im Grenzgebiet zwischen Gillgau, Kölngau und Jülichgau.

Mittelalter


Erwähnt wird Bergheim erstmals in einer Urkunde aus dem Jahr 1028 (einige Stadtteile auch wesentlich früher), in welcher Hezelin, der Bruder des Pfalzgrafen Ezzo, die ihm gehörende Grundherrschaft Bergheim, die ehemals Königsgut war, an die Reichsabtei Kornelimünster verschenkte. Die Abtei an der Inde verblieb bis zum Ende des Alten Reiches im Besitz der Grundherrschaft von Bergheimerdorf, zu der die meisten Orte der heutigen Stadt gehörten.

Die Vogtei über die Bergheimer Grundherrschaft übten seit dem 13. Jahrhundert die Grafen von Jülich aus. Sie bauten hier eine Burg. Aus der Burgsiedlung entwickelte sich Bergheim. Bergheim erhielt um 1300 Stadtrechte. Die Fernstraße Köln–Aachen wurde direkt durch die Innenstadt verlegt. Im Mittelalter war Bergheim Zoll- und Münzstätte der Herzöge von Jülich sowie Marktort.

Die Stadt Bergheim war im Mittelalter von zwei Stadttoren und einer Mauer gesichert. Von den Anlagen sind noch heute das Aachener Tor sowie Teile der Mauer mit Türmen erhalten.

Eine Quittung von Herzog Gerhard von Jülich-Berg für seinen Landrentmeister zu Jülich aus dem Jahr 1440 belegt, dass es in jenem Jahr in Bergheim zu einem Treffen des Herzogs mit dem Erzbischof von Köln, Dietrich II. von Moers, und dem Grafen Friedrich IV. von Moers kam.[2] Auch Gerhards Sohn Herzog Wilhelm von Jülich-Berg besuchte Bergheim. Am 27. Juni 1492 stellte er hier eine Urkunde aus, in der er sich bei Graf Vincenz von Moers darüber beschwerte, dass einer von Wilhelms Dienern beim Zoll bekümmert worden sei.[3] Mit Vincenz Nachfolger, dem Grafen Wilhelm II. von Wied-Runkel-Moers, wiederum verabredete Herzog Wilhelm von Jülich-Berg für den 17. August 1494 eine Tagfahrt zu Bergheim zur Erledigung von Mißhelligkeiten.[4] Bergheim scheint zu jener Zeit ein bevorzugter Ort für Konsultationen der Herzöge von Jülich-Berg gewesen zu sein.

Nördlich neben der befestigten Stadt lag entlang eines der Erftgräben der Kirchort Bergheimerdorf, der eine eigene Grundherrschaft bildete. Das Besetzungsrecht der Kirche hatte der Abt von Kornelimünster.